Vermögen von Lothar Matthäus: Wie reich ist die Fußball-Legende?

Vermögen von Lothar Matthäus: Wie reich ist die Fußball-Legende?

Das Wesentliche

  • Das geschätzte Gesamtvermögen von Lothar Matthäus liegt laut Vermögensmagazinen bei rund 30 bis 32 Millionen Euro.
  • Eine offizielle Bestätigung dieser Zahl gibt es nicht – es handelt sich um Hochrechnungen ohne Gewähr.
  • Seine Spielergehälter hat Matthäus 2025 im Buch „Transfer-Insider“ selbst offengelegt.
  • Trainer- und TV-Honorare bleiben dagegen reine Schätzungen.
  • Fünf Scheidungen und eine schwierige Immobilie dürften das Vermögen gemindert haben.

Wer nach dem Vermögen von Lothar Matthäus sucht, stößt schnell auf unterschiedliche Zahlen. Als Weltmeister 1990, Weltfußballer des Jahres und Rekordnationalspieler hat er über Jahrzehnte verdient – als Spieler, als Trainer und heute als gefragter Medienexperte. Sein geschätztes Gesamtvermögen wird von Vermögensmagazinen auf rund 30 bis 32 Millionen Euro geschätzt – eine Hochrechnung ohne offizielle Bestätigung.

Genau diese Mischung aus Spielergehältern, Trainerhonoraren und TV-Gagen macht Lothar Matthäus‘ Vermögen so schwer greifbar. Ein Teil der Zahlen ist heute erstaunlich konkret belegt, ein anderer bleibt bloße Spekulation. Dieser Artikel ordnet ein, was gesichert ist und was nicht.

Das geschätzte Vermögen von Lothar Matthäus im Überblick

Zwei Quellen liefern die meistzitierten Zahlen zum Vermögen von Lothar Matthäus, und sie weichen leicht voneinander ab. vermoegenmagazin.de schätzt sein Vermögen auf rund 32 Millionen Euro, während focus.de von rund 30 Millionen Euro ausgeht – jeweils ausdrücklich „ohne Gewähr“. Keine der beiden Zahlen stammt aus einer offiziellen Bestätigung, beide sind Hochrechnungen von Vermögensmagazinen.

Diese Schätzungen setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen: 21 Profijahre als Spieler, sieben Trainerstationen zwischen 2001 und 2011, Medienhonorare seit 2012/13 und Werbeverträge, die bereits mit dem WM-Titel 1990 begannen. Jede dieser Phasen trug auf ihre Weise zum Vermögen bei, auch wenn die Beträge selten öffentlich beziffert wurden.

Gegenzurechnen sind allerdings mehrere Posten, die das Vermögen geschmälert haben dürften: Steuern in Deutschland und Italien, fünf Ehescheidungen zwischen 1992 und 2021 sowie eine Anlageimmobilie, die weniger einbrachte als erhofft. Wer die Zahl 30 oder 32 Millionen Euro liest, sollte sie also als Orientierungswert verstehen, nicht als Bilanz.

Die Spielergehälter: von 100 Mark bis zur Million netto

Die konkreteste Zahlenreihe zum Vermögen von Lothar Matthäus stammt überraschenderweise von ihm selbst. In seinem Kapitel im Buch „Transfer-Insider“ des Bild-Journalisten Christian Falk, veröffentlicht laut mainpost.de am 11.09.2025, legte Matthäus seine Gehälter über die gesamte Karriere offen. Damit liegen für die Spielerjahre erstmals belastbare Zahlen vor, Station für Station.

Angefangen hatte alles bescheiden: Sein erster Sponsorenvertrag kam über den Vater zustande, der als Hausmeister bei Puma in Herzogenaurach arbeitete – als Belohnung zum 18. Geburtstag gab es einen VW Golf I. Am Ende seiner Karriere stand ein Rekordnationalspieler mit 150 Länderspielen, dessen Gehälter sich über zwei Jahrzehnte vervielfacht hatten.

1. FC Herzogenaurach (1978)

Beim Heimatverein in Mittelfranken verdiente der junge Matthäus gerade einmal 100 Mark im Monat. Sein Vater arbeitete als Hausmeister beim ansässigen Sportartikelhersteller Puma – eine Verbindung, die Matthäus über sein gesamtes Leben begleiten sollte.

Borussia Mönchengladbach (1979–1984)

Mit dem ersten Profivertrag 1979 stieg das Grundgehalt auf 2.500 Mark im Monat, mit Prämien auf bis zu 100.000 Mark im Jahr steigerbar. Nach einer Vertragsverlängerung erreichte es 220.000 Mark jährlich. In fünf Jahren und fast 200 Pflichtspielen holte er mit dem Klub den EM-Titel 1980.

FC Bayern München, 1. Station (1984–1988)

Der Wechsel 1984 brachte knapp 500.000 Mark im Jahr zuzüglich Prämien, laut Tabelle von mainpost.de rund 42.000 Mark im Monat. Diese Jahre brachten drei deutsche Meisterschaften und den DFB-Pokal 1985/86.

Inter Mailand (1988–1992)

In Italien verdiente Matthäus rund 1 Million Mark netto im Jahr, laut Tabelle knapp 85.000 Mark im Monat. Diese Phase war sportlich sein Höhepunkt: italienischer Meister 1988/89, UEFA-Pokal 1990/91, Weltmeister 1990 und 1991 Weltfußballer des Jahres.

FC Bayern München, 2. Station (1992–2000) — laut Matthäus

Zur Rückkehr nach München nennt Matthäus selbst 1,2 Millionen Mark im Jahr, laut Tabelle rund 100.000 Mark im Monat – ein bewusster Gehaltsverzicht für die Rückkehr. Es folgten vier deutsche Meisterschaften, zwei DFB-Pokalsiege und der UEFA-Pokal 1995/96.

New York MetroStars (2000)

Die letzte Profisaison begann im März 2000 mit einem Nettogehalt von rund 1 Million US-Dollar für die Spielzeit, laut Tabelle etwa 83.000 US-Dollar im Monat. Anfang 2001 endete nach über 22 Jahren seine aktive Karriere.

Das Wesentliche 💰

  • Für die Bayern-Rückkehr Anfang der 1990er nennt vermoegenmagazin.de kolportierte 5 Millionen Mark pro Jahr.
  • Matthäus selbst spricht für dieselbe Zeit von 1,2 Millionen Mark im Jahr.
  • Diese Diskrepanz ist bis heute ungeklärt – keine der beiden Zahlen lässt sich zweifelsfrei bestätigen.

Die Trainerjahre: sieben Stationen auf drei Kontinenten

Nach dem Karriereende als Spieler folgte für Matthäus eine zweite, deutlich weniger einträgliche Laufbahn. Keine der Vereins- oder Verbandssummen aus seinen sieben Trainerstationen wurde je veröffentlicht, nur die Größenordnung lässt sich einschätzen. Laut vermoegenmagazin.de bewegten sich seine Jahresgehälter im sechsstelligen Bereich – deutlich unter dem, was Spitzentrainer wie Mourinho oder Klopp verdienen.

Bemerkenswert ist, was in dieser Liste fehlt: Matthäus war nie Trainer eines Bundesligaklubs oder eines großen Nationalverbands. Das Amt des Bundestrainers, das später 15 Jahre lang Joachim Löw innehatte, blieb ihm verschlossen.

SK Rapid Wien (2001–2002)

Direkt nach dem Karriereende als Spieler übernahm Matthäus seine erste Trainerstation in Wien.

FK Partizan Belgrad (2002–2003)

In Serbien führte er den Klub zur serbischen Meisterschaft 2003.

Ungarn-Nationaltrainer (2004–2005)

Es folgte das Traineramt bei der A-Nationalmannschaft Ungarns.

Atlético Paranaense, Brasilien (2006)

Ein kurzes Engagement führte Matthäus nach Südamerika.

FC Red Bull Salzburg (2006–2007)

In Salzburg arbeitete er als Co-Trainer an der Seite von Giovanni Trapattoni.

Maccabi Netanya, Israel (2008–2009)

In der israelischen Liga übernahm er das Training bei Maccabi Netanya.

Bulgarien-Nationaltrainer (2010–2011)

Diese Station markierte seine letzte klassische Trainerposition im Ausland.

TSV Grünwald, Jugend (2022–2024)

Später kehrte Matthäus laut Wikipedia noch einmal ins Training zurück, diesmal im Jugendbereich des TSV Grünwald.

Einnahmen als TV-Experte und Kolumnist

Seit der Saison 2012/13 gehört Lothar Matthäus zu den festen Gesichtern von Sky, vor allem beim Bundesliga-Topspiel samstagabends als Co-Kommentator. Am 13.04.2025 wurde die Zusammenarbeit erneut verlängert, ohne dass eine konkrete Laufzeit genannt wurde – für Matthäus bedeutet das bereits die 14. Saison bei Sky.

Neben dem Kommentar gehören auch die Diskussionsrunde „Sky90″ und eine wöchentliche Kolumne auf skysport.de zu seinem Programm. Seit 2021 analysiert er zudem Länderspiele für RTL, nachdem er zuvor jahrelang eine Kolumne für „Bild“ geschrieben hatte.

Zur genauen Höhe der Gage kursiert die Zahl von rund 10.000 Euro pro Einsatz, woraus sich Jahreswerte um 300.000 Euro ableiten lassen – von Sky und Matthäus selbst nie bestätigt. Zusätzlich nennt focus.de ein DAZN-Engagement seit 2022 für Bundesliga und Champions League. Diese Angabe widerspricht der Sky-Verlängerung 2025 nicht direkt, sollte aber als eigenständige, nicht querbestätigte Information gelesen werden.

Werbeverträge: von American Express bis Puma

Nach der WM 1990 gelang Matthäus mit einer weltweiten American-Express-Kampagne der große Durchbruch in der Werbung. Fotografiert wurde er dabei von Annie Leibovitz, das Honorar lag bei knapp 100.000 US-Dollar.

  • Eine lebenslange Verbindung besteht zur Sportmarke Puma aus seiner Heimatstadt Herzogenaurach, wo sein Vater als Hausmeister arbeitete.
  • In den 2000er Jahren warb er für den Mobilfunkanbieter Tele2 und ein Lottoportal.
  • Laut focus.de stand er auch für den Pfandkredit-Anbieter Pfando vor der Kamera.

Im Vergleich zu Franz Beckenbauer, der über Jahrzehnte als Werbeträger und Funktionär auftrat, oder Uli Hoeneß, der ein eigenes Unternehmen und einen Klub im Rücken hatte, blieb Matthäus Einzelunternehmer ohne vergleichbar große eigene Firma.

Immobilien, Scheidungen und private Ausgaben

Zum Privatbesitz von Lothar Matthäus gehört unter anderem eine Immobilie am Comer See. Weniger glücklich verlief 1999 der Erwerb von rund 94 % der Anteile am „Rathaus von Velbert“ als Anlageobjekt: Es folgten ein Streit mit dem Makler und eine monatelange Auseinandersetzung um die Grunderwerbsteuer. Am Ende brachte die Immobilie weniger ein, als Matthäus sich erhofft hatte.

Privat war Matthäus fünfmal verheiratet. Die erste Ehe schloss er 1981 mit seiner Jugendliebe Sylvia, die letzte Ehe wurde 2021 geschieden; aus seinen Beziehungen gingen vier Kinder hervor. Über die finanziellen Regelungen dieser Scheidungen ist öffentlich nichts bekannt.

Vermutlich haben sie das Vermögen von Lothar Matthäus dennoch spürbar geschmälert – laut vermoegenmagazin.de „messbar verringert“. Diese Einschätzung bleibt allerdings eine Vermutung, keine belegte Tatsache.

Warum die Schätzungen schwanken

Keine der beiden Kernquellen zum Vermögen von Lothar Matthäus – vermoegenmagazin.de mit 32 Millionen Euro, focus.de mit 30 Millionen Euro – hat tatsächlichen Einblick in seine echten Vermögenswerte. Das räumen beide Seiten selbst ein. Was bleibt, sind plausible Hochrechnungen, keine Bilanzen.

Ein Vergleich mit heutigen Gehältern führt dabei leicht in die Irre: Bayern-Spieler wie Harry Kane oder Jamal Musiala verdienen laut Matthäus‘ eigener Schätzung heute rund 25 Millionen Euro brutto im Jahr – eine völlig andere Fernsehgeld-Epoche als jene, in der Matthäus seine Karriere begann.

Unterm Strich gilt: Die konkreten Spielergehälter sind dank Matthäus‘ eigener Offenlegung 2025 heute gut belegt. Seine Trainer- und TV-Honorare dagegen bleiben, was sie immer waren – nachvollziehbare, aber unbestätigte Schätzungen.

Wer sich für die finanzielle Seite deutscher Fußball-Legenden interessiert, findet in Lothar Matthäus einen der wenigen Fälle, bei denen zumindest ein Teil der Zahlen aus erster Hand stammt. Genau darin liegt der besondere Reiz dieser Geschichte – und ein guter Grund, sie im Hinterkopf zu behalten, wenn wieder ein neues Vermögensranking kursiert.

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